Familiengeheimnis

Veröffentlicht: 15. April 2017 in 9+1, Geheimnisvolles
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Auf der Suche nach dem, was und wer er ist, versagen die üblichen Kategorien.

Das wurde ihm bereits im Schulalter klar, als die anderen ihn so merkwürdig musterten und wie einen Irren behandelten. Dabei bemühte er sich schon damals, nicht aufzufallen, ganz so, wie es sein Vater ihm immer und immer wieder gepredigt hatte.

Doch das war gar nicht so einfach, ist es auch heute noch nicht. Wahrscheinlich sehen sie es in seinen Augen, dem Spiegel zu seiner Seele. Er muss weiterhin an seiner Fassade arbeiten, notfalls auch, bis er sich selbst daran verliert.

Weiß er überhaupt noch, wer und warum er ist? Aber natürlich: Er ist der heimliche Beschützer seines kleinen Bruders – das ist seine Aufgabe, nur das zählt. Doch dafür hat die Gesellschaft keine Schublade. Manchmal wünscht er sich eine, weil sie ihm zu mehr Normalität verhelfen könnte, doch Niemand darf hinter ihr Familiengeheimnis kommen, um keinen Preis der Welt.

Mein Beitrag zum Schreibprojekt 9+1 von Blaubeermuffins machen glücklich

Aktueller Pflicht-Satz: Auf der Suche nach dem, was und wer er ist, versagen die üblichen Kategorien

Nebel-Park

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„Wollen wir Mutti wirklich mit in Urlaub nehmen? Du weißt doch, wie sie uns schon nach ein paar Stunden auf die Nerven geht mit ihrem ewigen Gejammer“, appellierte Silke an das Verständnis ihrer Schwester.

Jutta musterte sie minutenlang. Erinnerungsfetzen flogen vor ihrem inneren Auge vorbei. Gedanken an Momente, in denen sie aus heutiger Sicht gerne eine andere Entscheidung getroffen hätte. Gedanken an Zeiten, die sie nicht mehr zu ändern vermochte. Für die sie nicht einmal mehr um Verzeihung bitten konnte, weil niemand mehr da war, ihr zu vergeben. Damit musste sie leben, aber sie wollte ihre Zukunft nicht mit noch mehr Selbstvorwürfen verseuchen, die unweigerlich an dem Tage auftraten, an dem es zu spät war.

Sie sah ihre kleine Schwester ernst an und Tränen der Vergangenheit schlichen sich in ihre Augen. “Manche Dinge müssen einfach gemacht werden.”

Mein Beitrag zum Schreibprojekt 9+1 von „Blaubeermuffins machen glücklich„.
Aktueller Pflicht-Satz: “Manche Dinge müssen einfach gemacht werden.”

Rosen

 

Meine Angewohnheit, im Urlaub etwas zu lesen, das in der Region spielt, ist noch nicht all zu alt. Aber seit ich das angefangen habe, tue ich es immer wieder gerne. Nachdem ich eine Weile gestöbert habe, fand ich dann auch passende, für mich interessante Romane für Südengland. Und nun liegen sie alle schon vor mir:

Englandbücher

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Rezension

Veröffentlicht: 3. Januar 2016 in Krimi
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Finderlohn
ein Krimi von Stephen King

Zitat:

„Tief unter diesem rationalen Teil [des Denkens] breitet sich ein unterirdischer Ozean aus, in dem seltsame Kreaturen schwimmen. So einen Ozean gibt es seiner Meinung nach in jedem Kopf.“

[Stephen King, Finderlohn, 2015, Seite 531]

 

Meine Meinung:

Und genau mit diesem Ozean im Kopf seiner Leser spielt King immer wieder, mal mehr und mal weniger. Deshalb gefiel mir diese Aussage so gut. In „Finderlohn“ hält er den übernatürlichen Anteil allerdings komplett heraus, von einigen wenigen Andeutungen gegen Ende einmal abgesehen. Eigentlich schade, denn genau davon kann King am besten schreiben. Trotzdem ist dieser Krimi eine tolle Geschichte. Es handelt es sich um die vom Vorgänger auch unabhängig lesbare Fortsetzung von „Mr. Mercedes“ bzw. den zweiten Teil der Mercedes-Trilogie, deren letzter Teil noch dieses Jahr veröffentlicht werden soll.

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Frohe Weihnachten

Veröffentlicht: 23. Dezember 2015 in Sonstiges

Fliegst du mit den Sternen?

Veröffentlicht: 8. Dezember 2015 in Abschied
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Etwas lag heute in der Luft. Keine Ahnung, was es war. Ich trat vor die Tür, sah den sichelförmigen Mond und die hell leuchtende Venus dicht daneben und musste an dich denken. Nicht nur für den Moment, sondern die ganze lange Fahrt zur Arbeit über. Meine Augen standen unter Wasser, ich konnte die Tränen kaum zurückhalten. Irgendwann gab ich auf.

Ich versuchte mich zu entspannen, mich zu beruhigen, doch es klappte einfach nicht. Immer wieder sah ich dein Gesicht, hörte dich lachen, sah längst vergangene Szenen. Erinnerungen. Meine Erinnerungen, nicht mehr unsere gemeinsamen, die wir noch vor einem Jahr ausgetauscht hatten. Schön war es gewesen, und wir haben viel gelacht.

Ich bin froh, dass ich noch einmal mit dir sprechen konnte.

Ich sehe noch die kleingeschnittenen Erdbeerstückchen, die du zuletzt so genossen hast. Deine Begeisterung. Dein Enthusiasmus. Deine Fröhlichkeit. Das alles ist vorbei. Einfach so. Vergangenheit.

Ich spüre noch deine Hand, wie sie meine zum Abschied drückt. Deine Linke hielt mich, die Rechte hielt deine Jüngste. Und du hast lächelnd zwischen uns hin und hergesehen. Du warst glücklich und zufrieden. Und so müde. Müde vom Leben. Ich habe es gespürt, und doch habe ich noch gehofft.

Dabei hast du da Lebwohl gesagt.

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Für den Schreibwettbewerb „Weihnachtsgeschichte 2015“ vom Rowohlt Verlag hatte ich ganz kurzentschlossen eine Kurzgeschichte geschrieben. An dieser Stelle ganz lieben Dank an Gracia und Juliane, die absolut kurzfristig Probe gelesen haben! Gewonnen habe ich nicht, aber um die Geschichte nur daheim auf der Festplatte liegen zu lassen, finde ich sie eigentlich zu schade. Deshalb möchte ich sie zum Nikolaus-Tag mit euch teilen.

Ich wünsche allen eine besinnliche Weihnachtszeit!


 

BesinnlicheWeihnachtCover

Teil 1

Heiligabend.

Was an diesem Tag ist eigentlich genau heilig?, stöhnt Frida, als sie mit Mühe einem Stapel Geschenke für die Kinder ausweicht, der das ganze elterliche Schlafzimmer in Besitz zu nehmen droht. Im Geiste geht sie zum wiederholten Mal ihre To-Do-Liste durch: Aufräumen. Gänsebraten und Kartoffelknödel zubereiten. Tisch decken. Dafür sorgen, dass alle ein unvergessliches Weihnachtsfest erleben. Wie immer. Die Frida, die macht das schon, – was ist sie nur für eine wunderbare Gastgeberin! Stets freundlich, gut gelaunt – ganz die perfekte Ehefrau und Mutter.

Den ganzen Vormittag ist sie schon allein in ihrem Häuschen am Stadtrand von Berlin, das Jan für sie beide ausgesucht hatte. Sie erinnert sich noch genau an seine Worte, fünf Jahre müsste das jetzt auf den Tag genau her sein: „Jetzt, wo du schwanger bist, brauchen wir etwas Größeres.“

Sie hat zugestimmt. Vielleicht hat sie in letzter Zeit etwas zu oft ja gesagt. Ja, geh nur vormittags mit den Kindern auf den Weihnachtsmarkt, ich schaffe das hier schon. Ja, laden wir doch Oma Anita und Opa Bernd an Weihnachten zu uns ein. Klar kann dein Bruder David auch kommen. David, der sich hier wie jedes Jahr einnistet, keine Geschenke für die Kinder dabei hat und das ganze Haus durch seine arrogante Art einzunehmen scheint. Sie fröstelt bei dem Gedanken an ihren Schwager …

Ihr Blick bleibt an der roten Küchenuhr hängen, die ihre besten Tage hinter sich hat. „Im Grunde bin ich wie diese Küchenuhr“, sagt Frida laut und erschrickt, als ihre Stimme im leeren Haus hallt. Sie streicht sich mit der Hand über die Stirn, ganz so als könnte sie die Gedanken einfach fortwischen.

Das laute Schrillen der Türglocke holt sie abrupt in die Realität zurück. Ausgeschlossen, dass es schon die Familie ist. Hierhin verirrt sich doch eigentlich keiner – schon gar nicht an Heiligabend, seufzt Frida und öffnet langsam die Tür …

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Der National Novel Writing Month ist vorüber. Mit den Erfahrungen vom Vorjahr im Gepäck ging ich an den Start, allerdings steckte ich mir mein eigenes Ziel mit 30k Wörtern. Im November habe ich jedes Jahr schon mit den Weihnachtszeit-Vorbereitungen zu tun und Urlaub habe ich eigentlich in der Zeit auch nie. Daher ist die freie Zeit knapp bemessen.

Ich schloss mich auch dieses Mal einer Schreibgruppe vom Writers‘ Inn an, verfolgte die Beiträge und Kommentare dort allerdings nur, wenn es meine Zeit wirklich zuließ. Vorrangig wollte ich ja wieder täglich schreiben, was über das Jahr hinweg sehr in den Hintergrund getreten war. Und genau das habe ich geschafft (von ganz wenigen Ausnahmetagen abgesehen). Auch mein persönliches Ziel habe ich erreicht. Gegen Ende fiel es mir aber schwerer, an meinem Projekt weiter zu arbeiten, da ich den Strang, den ich erzählen wollte, bereits Mitte November fertiggestellt hatte. Nun musste ich mich in den bereits geschriebenen Hauptteil wieder einlesen, ihn ergänzen und z.T. auch umschreiben. Damit bin ich dann doch nicht ganz fertig geworden. Dafür habe ich zwischendurch eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung des Rowohlt Verlags geschrieben, mit der ich aber leider nicht gewonnen habe. Spaß gemacht hat es trotzdem, und Übung kann ja nie schaden.

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NaNo-Feedback #2

Veröffentlicht: 27. November 2015 in Na No Wri Mo
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Auch in der zweiten Novemberhälfte gab es in „unserer“ Facebook-Gruppe einige Fragen zum NaNo. Ich habe wieder zwei Wochen zusammengefasst:

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NaNo-Feedback #1

Veröffentlicht: 7. November 2015 in Na No Wri Mo
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In der bereits erwähnten Facebook-Veranstaltungs-Gruppe zum NaNoWriMo 2015 stellt unsere „Gastgeberin“ Tinka Beere wöchentlich Fragen zu unserem persönlichen NaNo. Vielen Dank für deine Mühe, liebe Tinka.

Hier kommen meine Antworten zu den beiden ersten Feedback-Runden:

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